Präsentations-Pyramide

Vergiss die Folienschlacht

Mehr Erfolg mit der Präsentations-Pyramide

Morgen ist der Tag, an dem du endlich deine Idee vorstellen darfst. Vor deinem inneren Auge stellst du dir das Publikum vor. Du trittst vor vielen Gästen auf, oder präsentierst ein wichtiges Projekt in deiner Firma – jetzt ist dein Moment.

Doch innerlich spürst du, dass deiner Präsentation der berühmte Aha-Effekt fehlt. Du hast zwar viele interessante Fakten zusammengetragen, doch deiner Präsentation fehlt der Fokus – eine klare, einfache Botschaft, die hängenbleibt. Du hast Angst, dass deine Präsentation eine Folienschlacht wird. Dabei wolltest du doch dein Publikum inspirieren. Du schwörst dir, beim nächsten Mal machst du alles besser.

Vergiss die Folienschlacht

Doch wie kannst du dein Projekt erfolgreich präsentieren? Wie strickst du aus deiner guten Idee eine begeisternde Geschichte? Wie kannst du den Aha-Effekt auslösen. Indem du auf langweilige Fakten, Aufzählungen und Zahlenreihen verzichtest und stattdessen kräftige Bilder in die Köpfe deiner Zuhörinnen und Zuhörer zauberst. Denn die erinnern sich nach ein paar Tagen nicht mehr daran, was du gesagt hast. Aber sie erinnern sich noch, wie sie sich nach deiner Präsentation gefühlt haben.

Du hast die Wahl: Du kannst weiterhin ausufernden Folienschlachten vertrauen, so wie all die anderen. Oder du machst deine Präsentation zum Erlebnis, damit aus deiner Idee schon von Beginn weg ein erfolgreiches Projekt wird.

Der Zauber der vier goldenen Dreiecke

Eine schmissige Präsentation beginnt schon vor dem Erstellen. Denn zuerst ist Denkarbeit gefragt, und die beginnt schon lange bevor du die ersten Bilder zusammensuchst. Mit der Präsentations-Pyramide schaffst du dir von Beginn weg die nötige Klarheit über das Thema, das du präsentieren willst. Es ist ein Denkmodell, das zum Kern deiner Idee führt. Benütze das Modell, um die richtigen Fragen zu stellen, bevor du die eigentliche Präsentation erstellst. Stell die eine Pyramide mit vier gleichschenkligen Dreiecken vor, in deren Zentrum jeweils eine Frage steckt.

Präsentations-Pyramide 1

Dreieck 1:
WAS zeige ich?

Das Problem und die Lösung. Von der Idee zum Projekt. Von der Frage zur Antwort.
Beispiel: Das Bienensterben und wie wir das künftig verhindern können.

In Dreieck 1 musst du dir klar werden, was genau der Inhalt deiner Präsentation ist. Hier geht es darum, die Informationen auf das Wesentliche zu reduzieren. Setze den Fokus auf die Lösung oder das Resultat, nicht so sehr auf die Hürden und den mühevollen Weg dorthin. Dabei fördert eine einfach durchschaubare, logische Struktur die Aufnahmefähigkeit des Publikums.

Präsentations-Pyramide 2

Dreieck 2:
WIE erkläre ich das?

Deine Präsentations-Methode. Die technischen Mittel. Die Art der Visualisierung. Oder die Inszenierung des Themas, das kann auch ohne Leinwand passieren.
Beispiel: Zeige den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, indem du die Zahl mit einem Bild oder einem Gegenstand visualisierst oder einen Vergleich zur Grössenmenge ziehst.

Im Dreieck 2 entscheidest du dich für eine oder mehrere Methoden, die visuell möglichst attraktiv sind und das Publikum überraschen. Erfolgsversprechend sind hier Inszenierungen, die nicht nur visuelle Sinne ansprechen – das Publikum soll etwas riechen, abtasten oder ausprobieren.

Präsentations-Pyramide 3

Dreieck 3:
WARUM zeige ich das?

Zeige auf, warum ein Thema wichtig und dringlich ist. Definiere dazu eine griffige Kernbotschaft (Kurzformel, Appell, Fazit, Forderung, Lösung).
Beispiel: Ohne Bienen können wir nicht leben – deshalb müssen wir Pestizide verbieten.

Im Dreieck 3 zeigen wir, warum wir unsere Idee (oder Projekt, Forderung etc.) vertreten und warum diese auch für das Publikum wichtig ist.

Präsentations-Pyramide 4

Dreieck 4:
WOMIT verankern wir unser Anliegen?

Wer die Herzen der Zuhörerschaft berühren will, kleidet sein Anliegen am besten in eine Geschichte.
Beispiel: Video aus der chinesischen Landwirtschaft, wo Obstbäume von Hand bestäubt werden müssen – zusammen mit dem berühmten (angeblichen) Einstein-Zitat: “Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.”

Im Dreieck 4 geben wir dem Anliegen einen verständlichen Rahmen, dafür sind Bilder, Vergleiche und Geschichten gut geeignet. Fakten werden so viel besser zur Kenntnis genommen.

So wendest du das Pyramiden-Modell erfolgreich an

Viele beschäftigen sich beim Erstellen in einer Präsentation fast nur mit dem Dreieck 1, dem Inhalt. Das führt zu belanglosen Aufritten: Diesen Präsentationen fehlt der klare Fokus auf eine Hauptbotschaft, die Begründung, warum das Thema wichtig sein soll, bleibt der Präsentator dem Publikum schuldig. So bleibt auch nach 30 Minuten unklar, was er uns im Kern überhaupt erzählen wollte. Die Information bleibt gesichtslos. Vom Auftritt bleibt ausser Langeweile nichts hängen.

Oft setzen sich Präsentatorinnen viel zu spät mit dem Dreieck 2 auseinander. Der Frage also, wie sie ihre Informationen darstellen wollen. Wer Erfahrung hat mit Auftritten vor der Kamera weiss aber, dass die Art und Weise des Auftritts für eine erfolgreiche Präsentation mindestens so wichtig ist wie der Inhalt. Beschäftige dich deshalb frühzeitig und möglichst konkret mit der Frage, wie du dein Thema präsentieren willst. PowerPoint ist zwar bequem, aber meist auch sehr konventionell. Jede Präsentation, die den starren Rahmen mit vielen Folien verlässt, ist attraktiver und merk-würdiger für das Publikum.

Der Schatz im Innern der Pyramide

In Zentrum jeder Präsentation steht die Botschaft, der wertvolle Schatz im Zentrum der Pyramide, das Dreieck 3. Du musst wissen, warum du für ein Thema brennst. Deine Haltung gegenüber der Idee oder dem Projekt ist entscheidend dafür, was beim Publikum ankommt. Nur etwas zeigen wollen reicht nicht. Du musst auch eine klare Absicht haben: Eine Botschaft, die in einem Satz aufzeigt, warum das Thema wichtig und dringlich ist. Für dich und das Publikum.

Deine Präsentation ist nicht komplett, wenn du nicht nach Mittel und Wegen suchst, um deine Idee in den Köpfen der Zuhörer zu verankern, das passiert in Dreieck 4. Am besten geschieht dies über eine einleuchtende Geschichte. Wenn du damit eine emotionale Bindung zum Thema schaffst, hast du schon viel erreicht.